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Kommunale Flächen intelligenter nutzen: FDP regt Prüfung von Solar-Carports an

Die FDP Ingelheim regt an, größere kommunale Parkplatzflächen auf ihr Potenzial für Photovoltaik, Ladeinfrastruktur und alternative Betreibermodelle zu prüfen. Andere Kommunen zeigen bereits, dass solche Projekte auch mit privatem Kapital realisiert werden können.

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Die angespannte Haushaltslage zwingt auch Ingelheim dazu, Investitionen und Ausgaben stärker zu priorisieren. Für die FDP bedeutet das jedoch nicht, notwendige Investitionen grundsätzlich zurückzustellen. Vielmehr müssen wir stärker darüber nachdenken, wie vorhandenes kommunales Eigentum wirtschaftlicher genutzt und privates Kapital für sinnvolle Infrastrukturprojekte eingebunden werden kann.

Ein konkretes Beispiel dafür sind größere öffentliche Parkplatzflächen.

Die FDP Ingelheim regt an zu prüfen, ob geeignete Parkplätze künftig mit Photovoltaik überdacht und gleichzeitig mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ausgestattet werden können. 

„Wir haben große, bereits versiegelte Flächen, die heute im Wesentlichen nur eine Funktion erfüllen: Dort stehen Autos. Dabei könnten diese Flächen gleichzeitig Strom produzieren, Schatten spenden, Fahrzeuge vor Regen und Sonne schützen, Ladeinfrastruktur bereitstellen und durch integrierte Beleuchtung aufgewertet werden“, erklärt Max Steinkopf.

Gespräche mit Unternehmen zeigen unterschiedliche Möglichkeiten

Steinkopf hat sich in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Unternehmen aus der Branche ausgetauscht und sich konkrete Bauweisen, technische Unterlagen sowie unterschiedliche Finanzierungs- und Betreibermodelle erläutern lassen.

Besonders interessant ist dabei die Möglichkeit, dass eine Kommune eine solche Infrastruktur nicht zwingend selbst finanzieren und betreiben muss.

Private Investoren oder Betreiber können – abhängig vom gewählten Modell und den rechtlichen Rahmenbedingungen – Finanzierung, Planung, Errichtung und Betrieb übernehmen. Die Kommune stellt beispielsweise die geeignete Fläche zur Verfügung.

Für die Stadt können daraus unterschiedliche wirtschaftliche Vorteile entstehen: Pachteinnahmen für die bereitgestellte Fläche, günstigere Bezugsmöglichkeiten für lokal erzeugten Solarstrom oder – je nach Vertragsgestaltung – eine Beteiligung an Erlösen aus der Ladeinfrastruktur.

„Welche Variante für Ingelheim wirtschaftlich am sinnvollsten wäre, kann man nicht am Schreibtisch behaupten. Genau das sollte fachlich geprüft und anschließend transparent durchgerechnet werden“, so Steinkopf.

Auggen zeigt, dass das Konzept funktioniert

Dass solche Modelle keine Zukunftsmusik sind, zeigt die Gemeinde Auggen in Baden-Württemberg.

Dort wurde auf einer bestehenden Parkplatzfläche ein Solar- und Ladepark mit 84 überdachten Stellplätzen, 429,2 kWp Photovoltaikleistung, einem Batteriespeicher mit 364 kWh Kapazität und zehn Ladepunkten realisiert. Nach Angaben des Projektbetreibers wurden Planung, Investition, Bau und Betrieb von einem privaten Unternehmen übernommen. Die Kommune stellt die Fläche im Rahmen eines langfristigen Pacht- und Betreibermodells zur Verfügung.

Die Dimension wird greifbarer, wenn man die Leistung überschlägig auf einen möglichen Jahresertrag überträgt: Bei angenommenen rund 1.000 Kilowattstunden Jahresertrag je installiertem kWp könnten etwa 430.000 Kilowattstunden Solarstrom pro Jahr erzeugt werden.

Das entspricht rechnerisch ungefähr dem Jahresstromverbrauch von rund 120 Drei-Personen-Haushalten oder mehr als 10.000 Ladevorgängen mit jeweils 40 kWh. Dabei handelt es sich ausdrücklich um Modellrechnungen zur Veranschaulichung; der tatsächliche Stromertrag hängt von Standort, Ausrichtung, Verschattung und weiteren technischen Faktoren ab.

Nicht nur fragen, wo wir sparen – sondern wie wir vorhandene Werte besser nutzen

Für die FDP steht hinter dem Vorschlag deshalb eine größere finanzpolitische Frage.

„Wenn das Geld knapper wird, dürfen wir nicht ausschließlich darüber diskutieren, welche Leistungen oder Investitionen wir streichen. Wir sollten genauso untersuchen, welches Potenzial in dem Eigentum steckt, das die Stadt bereits besitzt“, erklärt Steinkopf.

Gerade bei Investitionen sollte deshalb künftig häufiger geprüft werden, ob Projekte durch Fördermittel, private Investoren, Contracting-, Pacht- oder Betreibermodelle umgesetzt werden können, bevor automatisch städtisches Kapital eingesetzt wird.

„Sparen bedeutet nicht nur, weniger Geld auszugeben. Es bedeutet auch, vorhandene Ressourcen intelligenter einzusetzen. Nicht jede gute Idee muss die Stadt selbst bezahlen.“

FDP regt konkrete Prüfung an

Die FDP Ingelheim schlägt daher vor, geeignete größere kommunale Parkplatzflächen auf ihr Potenzial für Photovoltaiküberdachungen, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur untersuchen zu lassen.

Unser Ansatz ist deshalb einfach: nicht vorschnell Geld ausgeben – sondern erst prüfen, welches Potenzial bereits vorhanden ist und wer bereit ist, gemeinsam mit der Stadt darin zu investieren.

Referenzprojekt Solar- und Ladepark Auggen